Geschichte

Apotheker in der 4. Generation

Aus der Festschrift zum 25-jährigen Bestehen der Westerbach-Apotheke am 31. Oktober 1988:

Verfasst von der Verpächterin Frau Helga Wiechula gemeinsam mit dem Pächter Jochen Wiechula. Die Eröffnung der Westerbach-Apotheke am 31. Oktober 1963 beruht auf einer langen Tradition des Apothekerberufes in der Familie. Begonnen hat sie mit Emil Schramm, dem Großvater mütterlicherseits von Dr. Wolfgang Wiechula.

Das Leben von Emil Schramm

Emil Schramm

Emil Schramm wurde am 7. September 1861 in Greifenberg/Pommern geboren. Nach Lehr- und Studienjahren erlangte er 1885 in Dresden den Pharmazeutischen Approbationsschein.



Pachtvertrag

Ab Oktober 1889 pachtete er in Hannover für sechs Jahre, mit einem Zins von RM 6.500.-, eine "Thee- Droguen- und Farbwaarenhandlung". 1895 kaufte Emil Schramm seine erste Apotheke in Nienburg/Weser, 1897 übernahm er „Dr. Brettschneiders Apotheke“ in Berlin. Es war die dritt-älteste Apotheke Berlins.

Der Hauptkunde war die Berliner Universitätsklinik Charité. 1899 zog die Familie nach Dortmund, wo Emil Schramm bis 1905 die Loewen-Apotheke leitete. Danach zog die Familie Schramm endgültig nach Berlin zurück, wo sich Emil Schramm aus gesundheitlichen Gründen zur Ruhe setzte. 1922 verstarb Emil Schramm in Berlin.


Die 2. Apothekergeneration

Wolfgang Wiechula

1914 bestand Karl Schramm, Sohn von Emil Schramm und Onkel von Wolfgang Wiechula, in Magdeburg die Pharmazeutische Vorprüfung. Anschließend nahm er eine Stellung als Provisor in einer Apotheke in Lage in Lippe an. Der 1. Weltkrieg brach aus. Die Söhne Emil und Karl mussten ins Feld ziehen, aus dem sie beide nicht zurückkehrten. Die 2. Generation als Apotheker konnte den Beruf nicht mehr ausüben.


Der Apotheker Dr. Wolfgang Wiechula

1922 heirateten Elisabeth Schramm, eine Tochter von Emil Schramm und Max Wiechula. Am 20. Februar 1924 wurde Wolfgang Wiechula geboren. Er wuchs, noch unbewusst, in dritter Generation zum Apotheker heran. 1942 legte er das Abitur am Weddigen-Gymnasium in Berlin-Lichterfelde ab.

Wolfgang Wiechula

Wolfgang wählte sich den Beruf des Apothekers aus und trat 1946 eine Lehrstelle als Apothekerpraktikant bei Fritz Koehler in der „St. Hubertus-Apotheke“ in Berlin-Schöneberg an. 1948 bestand Wolfgang das Pharmazeutische Vorexamen. Im gleichen Jahr wurde die Freie Universität Berlin in Dahlem im westlichen Teil Berlins gegründet. Wolfgang konnte sich übergangslos nach dem Vorexamen für das 1. Semester im Fach Pharmazie an der FU Berlin immatrikulieren. Im Oktober 1951 legte er das Staatsexamen ab und erhielt anschließend die Bestallung als Apotheker.


Am 4. Mai 1953 kam Sohn Jochen zur Welt und was zu diesem Zeitpunkt noch niemand ahnen konnte, es war die vierte Generation als Apotheker in der Familie. Für Wolfgang folgte eine Anstellung als Assistent am Pharmazeutischen Institut der FU Berlin. Unter Leitung von Prof. Dr. Gerhard Schenck arbeitete Wolfgang an einer Dissertation. 1955 folgte die Promotion mit anschließender Anstellung bei den Farbwerken Hoechst in Frankfurt.


Die Gründung der Westerbach - Apotheke

Im Sommer 1963 wurde ein Ladengeschäft in Frankfurt-Sossenheim für 20 Jahre gemietet. Es handelte sich um die ehemaligen Räume der Sossenheimer Volksbank, die gegenüber ein neues Haus errichtet hatte und heute Teil der Frankfurter Volksbank ist. Nun begann die Arbeit: Kreditangebote einholen, Aufträge für die Einrichtung und einen Teilumbau der Räume vergeben, pharmazeutische Geräte und eine Erstausstattung an Arzneimitteln bestellen und schließlich auch Überlegungen zur Namensgebung der Apotheke anstellen. Sie sollte Westerbach-Apotheke heißen. Letzterer Name war naheliegend, denn die Geschäftsräume lagen ja in der Westerbachstraße.

Zum 1. Oktober hatte Wolfgang eine Apothekenhelferin, Fräulein Bergmann, später verehelichte Frau Richter, eingestellt. Sie hatte die Aufgabe die 60 Pappkartons mit Medikamenten, die als Erstausstattung von der Firma Schulze geliefert worden waren, mit den Rechnungen zu vergleichen und zu sortieren. Nach und nach wurde die Einrichtung eingebaut, so dass sich die vorher leeren Räume langsam in eine Apotheke verwandelten. Dank der acht Ziehschränke, 1963 eine Neuheit, und weiterer großzügiger Schränke, gab es zu Anfang viel Platz. In zwölf Alphabete nach den verschiedenen Darreichungsformen wurden die Arzneimittel aufgeteilt und einsortiert.

Frontseite bei der Eröffnung

Bis zum 30. Oktober, dem Tag der Eröffnungsrevision durch die Herren Pharmazieräte Dr. Küster und Dr. Schwital, war alles geschafft. Am 31. Oktober 1963 um 15.00 Uhr war die offizielle Eröffnung der WESTERBACH-APOTHEKE.


Die Folgejahre mit Verwaltung und Verpachtung

In den folgenden Jahren leitete Wolfgang mit guter pharmazeutischer Sachkenntnis, viel Geschick und Umsicht die Westerbach-Apotheke. Er pflegte Kontakt zu allen Teilen der Bevölkerung und war seinen Mitarbeitern stets ein vorbildlicher Chef.

Alles lief glatt, reibungslos und es ging stetig bergauf bis zum 19. August 1976, dem Tag des plötzlichen Todes von Wolfgang in Folge eines Autounfalls.

Der Apothekenbetrieb musste trotz seines Todes weiterlaufen. Für ein Jahr verwaltete daraufhin Frau Apothekerin Dr. Lieselotte Hartmann die Apotheke und am 15. August 1977 pachtete Herr Apotheker Rolf-Dieter Dietz die Westerbach–Apotheke, die er bis zum 30. April 1982 leitete.


Die Übernahme der Westerbach - Apotheke durch Jochen Wiechula

Jochen Wiechula

Sohn Jochen, der 1973 sein Abitur machte, hatte die ernste Absicht in Vater Wolfgangs Fußstapfen zu treten und Apotheker zu werden. Im Herbst 1976, nach sechs Semestern Chemie, bekam er einen Pharmaziestudienplatz zuerst in Marburg. Nach einem Semester wechselte er wieder in seine Geburtsstadt Berlin zurück. Dort legte er im November 1980 sein Staatsexamen ab und erhielt dann im Januar 1981 die Approbation als Apotheker.



Inzwischen hatte Jochen praktische Erfahrungen bei Herrn Apotheker Jochen Wortmann in der Tauentzien-Apotheke gesammelt und nach der Approbation arbeitete er noch über ein Jahr bei Frau Apothekerin Helga Steputsch in der Schäfer's-Apotheke.

Die Apotheke in den 80er Jahren

So konnte Jochen dann am 1. Mai 1982 die väterliche Apotheke übernehmen. Sie war nun wieder in Familienleitung. Nach zwei Jahren im Sommer 1984 wurde die Offizin vollkommen neu gestaltet. Mit etwas Wehmut und alten Erinnerungen verbunden, musste die Palisandereinrichtung den modernen Schubladenschränken, Handverkaufstischen, Frei- und Sichtwahlregalen weichen. Eine weitere Neuerung war 1986 die Anschaffung eines Personal-Computers zur Warenbewirtschaftung und Arzneimittelinformation.

An dieser Stelle soll den vielen lieben Kunden, die der Westerbach - Apotheke in 25 Jahren die Treue hielten, ein Dank ausgesprochen werden.


Das derzeitige Team der Westerbach – Apotheke

Zum Schluss soll das derzeitige, junge und dynamische Team der Westerbach–Apotheke vorgestellt werden: Chef und Pächter Apotheker Jochen Wiechula.

Frau Apothekerin Christiane Harnischmacher, seit dem 1. Juli 1987 dem Betrieb zugehörig. Sie übernimmt sämtliche pharmazeutischen Arbeiten, wenn sich der Chef um die betriebswirtschaftlichen Belange kümmert und seine Vertretung, wenn er abwesend ist.

Die Pharmazeutisch-Technische-Assistentin Frau Doris Draisbach, geb. Bodesheimer ist die dem Betrieb am längsten angehörende pharmazeutische Mitarbeiterin. Ihr Name erschien erstmalig am 1. Oktober 1970 im Gehaltsbuch unter der Bezeichnung "Schülerin". Sie volontierte damals in der Apotheke, absolvierte danach ihr halbjähriges Praktikum und hat nun in den 18 Jahren ihrer Betriebszugehörigkeit viele Höhen und Tiefen miterlebt.

Die treue Frau Pohl darf nicht vergessen werden. Sie ist seit dem 13. April 1970 die langjährige Stütze in Punkto Sauberkeit in allen Räumen.

Einen herzlichen Glückwunsch den Mitarbeitern und ihrem Chef zum 25-jährigen Jubiläum der Westerbach - Apotheke und ein Gedenken an den Gründer, Dr. Wolfgang Wiechula.


Nun berichtet Jochen Wiechula über die Geschichte der Westerbach-Apotheke seit 1988:

Jetzt 21 Jahre später und seit der Einführung der elektronischen Medien wird die Fortsetzung der Geschichte der Westerbach-Apotheke hier auf der Homepage stehen.

Auch in den letzten Jahren wurden Apothekenhelferinnen bzw. Pharmazeutisch–Kaufmännische Assistent/Innen (PKA) ausgebildet: Frau Petra Dittmar und Frau Astrid Schäfer. Mehrere Apotheker/Innen wurden in dieser Zeit teils in Vollzeit, teils in Teilzeit oder als Vertretungen über längere oder kürzere Zeit beschäftigt. Dies waren: Frau Apothekerin Gabriele Both, Frau Apo-thekerin Dagmar Fink, Frau Apothekerin Christiane Harnischmacher, Frau Apothekerin Else Heins, Frau Apothekerin Regine Kreutzkamp, Herr Apotheker Hari-Sven Krishnan, Herr Apotheker Klaus Mausehund und Frau Apothekerin Ute Vaterodt. Als Nachfolgerin von Frau Pohl gehört Frau Brigitte Weide seit Februar 1993 als gute Fee in allen Räumen zum Team.

Im Jahr 2003 schloss Frau Dorothea Kobylanka ihre Ausbildung zur Pharmazeutisch-Technischen Angestellten (PTA) ab. Sie wurde übernommen und arbeitete in der Westerbach-Apotheke bis zum 31. März 2007. In die Zeit seit 1988 fiel auch das 35-jährige Dienstjubiläum von Frau Doris Sinz im Jahr 2005. Frau Sinz gehörte bis zum Frühjahr 2007 zum Team der Westerbach-Apotheke. Frau Janina Glotzbach führte ihr Praktikum zur Pharmazeutisch–Technischen–Assistentin (PTA) in der Westerbach-Apotheke durch und gehört seit 15. August 2007 zum Team. Ebenso gehört Jörg Wiechula, inzwischen Diplom-Physiker zum Team.

1998 wurde die Westerbach-Apotheke total renoviert. Die Offizin wurde vergrößert und umgestaltet. Zwei Kassenarbeitsplätze wurden geschaffen und im Keller wurde ein Warenlagerautomat der Firma ROWA aufgestellt. Dadurch war eine völlig andere Beratung möglich, da dem Kunden nicht mehr der „Rücken“ zugekehrt werden musste. Alle Mitarbeiter hatten nun wesentlich mehr Zeit für das Beratungsgespräch.

ROWA Warenlagerautomat

Im gleichen Jahr wurde eine neue Telefonanlage mit Telefonen in nahezu allen Räumen der Apotheke installiert. Dazu gehört auch der Anschluss des Warenwirtschaftsrechners direkt an die ISDN–Leitung zur Bestellübermittlung an den Großhandel und die pharmazeutische Industrie, sowie zur Fernwartung der Hard- und Software durch Pharmatechnik. Ebenso der Anschluss des ROWA-Warenlagerautomaten zur Fernwartung des Systems durch ROWA.



Natürlich sind auch Electronic-Cash, Internet-Anschluss in DSL-Geschwindigkeit mit E-Mail-Übertragung und Electronic-Banking vorhanden. Als weitere Investitionen folgten im Jahr 1999 die Umstellung auf ein UNIX-Betriebssystem und Anfang 2002 der Ausbau auf ein 10/100 MB Netzwerk mit CAT7-Leitungen.

Jochen Wiechula

Ins Jahr 2007 fiel am 01. Mai das 25-jährige Jubiläum von Herrn Apotheker Jochen Wiechula in der Leitung der Westerbach-Apotheke.

Im Jahr 2003 wurde endlich die Gestaltung einer Website und deren Auftritt im World Wide Web mit der Möglichkeit zur Bestellung von apothekenüblichen Produkten und Arzneimitteln, sowie zu deren Versand, abgeschlossen.

 

Nun hat der Kunde die Wahl zwischen:

  • Bestellmöglichkeiten per Telefon unter der kostenfreien Hotline 0800 / 745 53 65
  • per FAX unter der 069 / 934 977-4
  • per Online-Shop oder per E-Mail unter infowesterbach-apotheke.de

 

Am 31. Oktober 2008 hatte die Westerbach-Apotheke 45 Jahre für die Kundschaft geöffnet und dabei hatte das Team der Apotheke die Bevölkerung viele Jahre verantwortungsbewusst mit Arzneimitteln versorgt.


Öffnungszeiten

Montag bis Freitag:
8.30 bis 13.00 Uhr
und 15.00 bis 18.30 Uhr

Samstag:
8.30 bis 13.00 Uhr

Kontaktdaten

Westerbach Apotheke
Westerbachstraße 293
65936 Frankfurt am Main

Tel.: 069 - 93 49 770
Fax: 069 - 93 49 774
kontaktwesterbach-apotheke.de